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„Die Dominanz ist schon beeindruckend“

Babenhausens Basketballerinnen vor Oberliga-Durchmarsch

Dies ist ein Artikel der Offenbach Post (24.12.18), von Jörn Polzin. Zum Original-Artikel geht es hier.

2017 waren sie noch Bezirksligist, aktuell klopfen die Basketballerinnen des TV Babenhausen kräftig an der Tür zur Oberliga, führen die Landesligatabelle souverän an. Läuft es ideal, kann im März ein doppelter Oberliga-Aufstieg in Babenhausen gefeiert werden.

Elf Spiele, elf Siege, eine Korbdifferenz von +423 und als einziges Landesliga-Team ungeschlagen: Die Werte der Basketballerinnen des TV Babenhausen beeindrucken, die Aufzählung lässt sich mühelos fortsetzen. Da ist etwa die Verteidigung, die im Schnitt nur 35 Punkte pro Partie zulässt. Zuletzt, beim Kantersieg in Oberursel, waren es sogar nur 13 – mickrige zwei in der ersten Hälfte. „Die starke Defensive ist in dieser Saison die Basis für den Erfolg. Dabei steht immer das Ausschalten der gegnerischen Spitzenspielerinnen im Fokus“, erklärt Trainer Stefan Schüttler, der die Mannschaft 2017 in die Landesliga führte. In der Premierenspielzeit reichte es zum dritten Platz. Ordentlich für einen Aufsteiger, für Schüttler rückblickend aber „eine Saison zum lernen, in der uns noch etwas der Rhythmus gefehlt hat“.

Das sieht nun ganz anders aus. Motiviert durch den Sieg im Bezirks- und Hessenpokal marschiert der TVB unaufhaltsam durch die Liga. Einziges knappes Resultat: ein 43:39 gegen die FTG Frankfurt. Im Gegenzug knackte das Team dreimal die 80-Punkte-Marke. Keine Selbstverständlichkeit im Damen-Basketball. „Die Dominanz ist schon beeindruckend, gerade was die Differenzen angeht“, meint Schüttler, für den der Siegeszug nicht von ungefähr kommt.

Da wäre die Konstanz: Das Team konnte weitgehend zusammengehalten werden, die Abläufe auf dem Spielfeld sind daher gut abgestimmt. Zudem habe sich das neue Trainingskonzept, auch unterstützt durch den sportlichen Leiter Thomas Hüther, etabliert. Dieses sieht vor, die Spielerinnen durch einen größeren Betreuungsstab individuell besser zu fördern.

Schüttler: „Der Kader ist dadurch ausgeglichener, kann Ausfälle gut kompensieren. Gleichzeitig gibt es bei Einwechslungen kaum einen Qualitätsverlust.“ So ist der Angriff um Liga-Topscorerin Janina Becker (20 Punkte im Schnitt) kaum aufzuhalten. Als weiteren Pluspunkt nennt der Trainer die Einstellung. Man verfolge ein klares Ziel und arbeite hart daran, es zu erreichen. Das lautet Aufstieg, auch wenn Schüttler mit dem Begriff „Durchmarsch“ vorsichtig umgeht. „Die Saison ist noch lang und es gibt einige Teams, die sehr gerne gegen uns gewinnen würden“, mahnt er und sieht Verbesserungsansätze: „Wir machen noch zu wenige Punkte, es könnten in jedem Spiel 20 mehr sein“. Außerdem müsse die Integration der jüngeren Spielerinnen voranschreiten, von denen erst eine den Sprung in den Stammkader geschafft hat.

Dennoch: Bei vier Punkten Vorsprung auf Verfolger Langen und einem absolvierten Spiel weniger, kann sich der TVB eigentlich nur selbst schlagen. Und was passiert im Aufstiegsfall? „Dann wäre das eine Premiere für ein Damenteam aus Babenhausen und die Krönung einer erfolgreichen Zusammenarbeit. Ich bin überzeugt, dass wir in der Oberliga bestehen können. Aber das hängt auch vom Niveau der anderen Teams ab.“

Während es die Frauen in der eigenen Hand haben, müssen die Babenhausener Männer im Titelrennen auf Schützenhilfe hoffen. Nach der Niederlage im Topspiel beim BC Wiesbaden liegen die Trümpfe bei den Landeshauptstädtern, die sich den direkten Vergleich sicherten. Nur wenn der Tabellenführer noch zweimal patzt, könnte Babenhausen vorbeiziehen.

„Auch wenn wir den Aufstieg nicht schaffen, ist das kein Beinbruch. Unsere Planungen für die Zukunft laufen bereits wie gewünscht“, sagt Alphan Bartik, der sich sehr zufrieden mit der Entwicklung zeigt. „Die Leistungsdichte ist groß, wir sind diesmal von Verletzungen verschont geblieben und haben uns gerade auf den großen Positionen gut verstärkt“, lobt der TVB-Trainer.

Nach dem unglücklichen Oberliga-Abstieg im Frühjahr wären viele Mannschaften sicher zerbrochen, ist Bartik überzeugt. Doch mit dem Jugendkonzept und einer positiven Einstellung habe man den einzig sinnvollen Weg eingeschlagen. „Überhastete Schritte wird es bei uns nicht geben. Aber wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, in beide Richtungen“, so Bartik.

 

Bildunterschrift: Der TV Babenhausen ist ungeschlagener Tabellenführer in der Basketball-Landesliga (hinten von links): Viola Friedrich, Aline Becker, Aysegül Öcal, Janina Becker, Maja Seidl, Sabine Raab, vorne: Trainer Stefan Schüttler, Alina Klein, Tina Dienstbach, Fabienne Salzner, Sarah-Lena Gregorio Enxuto, Katharina Patzelt. Es fehlen: Neslihan Güzel, Leslie Jung.

 

Kontakt und Anfahrt

Die Babenhausen Wizards sind die Basketballabteilung des TV 1891 Babenhausen e.V.

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